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Ostergruß 2020

Liebe Leserinnnen und Leser,

an diesem Osterfest ist mir die Geschichte der Emmaus- Jünger besonders nahe. Nach dem Tod Jesu löst sich die Gemeinschaft der Freunde Jesu auf. Die Jünger kehren in ihre Dörfer zurück. Zwei von ihnen machen sich auf den langen Weg nach Emmaus. Ihr Herz ist schwer von Traurigkeit, der Blick gesenkt. So fühlen sich auch manche von uns in dieser Zeit. Sie vermissen den Besuch der Kinder und Enkel an den Ostertagen. Sie fühlen sich allein in ihrer stillen Wohnung. Sie sorgen sich um ihren kranken Partner. Viele von uns vermissen auch die Gottesdienste. Die Kerzen in der Osternacht. Den Ruf: „Der Herr ist auferstanden!“, der das Herz weit macht.

Schwer von Traurigkeit ist das Herz der Emmaus-Jünger. Sie gehen mit gesenktem Blick auf ihrem Weg. Da tritt ein Mann an ihre Seite. Er fragt: Was ist mit euch? Warum seid ihr so traurig? Sie erzählen ihm ihre Geschichte. Dabei wird ihr Herz leichter. Sie fühlen sich getröstet.

Am Ende des Weges laden sie den Fremden ein in ihr Haus in Emmaus. Sie setzen sich an den Tisch. Er teilt das Brot unter ihnen. Und in dem Moment erkennen sie: Jesus selbst war mit ihnen auf dem Weg. Sie sind nicht allein. Er ist bei ihnen!

Diese Geschichte gibt mir Hoffnung. Es wird wieder anders werden. Wir werden wieder fröhliche Ostergottesdienste feiern. Wir werden wieder zusammen am Tisch des Herrn sitzen und das Brot teilen. Wir werden auch wieder mit den Enkeln Ostereier im Garten suchen. Und wir werden einander wieder an den Gräbern in den Arm nehmen und trösten.

Auf dem Weg bis dahin sind wir nicht allein. Der Auferstandene ist auch jetzt mit uns auf dem Weg, um uns zu trösten. Solchen Trost wünsche ich mir und Ihnen in diesen Tagen: Trost auf dem Weg: Durch einen lieben Anruf, der Sie aufrichtet. Durch das Kinderlachen im Garten des Nachbarn. Durch ein Bild des Enkelkindes. Auch in unserer österlich geschmückten Kirche und dem Bibelgarten sind Trostorte, in denen Sie die Nähe Gottes spüren können. Auch die schweren Wege sind Wege, die Gott mit uns geht. Mit seinem Trost, mit seiner Hilfe.

Gott behüte Sie.

Gründonnerstag

„Der Gründonnerstag“

Gründonnerstagtisch in unserer Kirche

Der Gründonnerstag ist der Tag, an dem Jesus mit seinen Jüngern das letzte Mahl teilte. Es war die feierliche Mahlzeit am Vorabend des jüdischen Passafestes, das an die Befreiung des Volkes Israel aus der ägyptischen Sklaverei durch Gott erinnert. Jesus gab dieser Erinnerung eine überraschende neue Dimension, indem er seine Lebenshingabe in den Horizont des göttlichen Befreiungswerkes stellte und seinen Jüngern den Auftrag gab, dieses Mahl immer wieder zu seinem Gedächtnis zu feiern.

Der Gottesdienst am Gründonnerstag wurde als Gedenktag der Gegenwart Jesu Christi und der Gemeinschaft mit ihm in der Feier des Abendmahls ursprünglich als Freudenfest gefeiert: als Vorgeschmack auf das ewige Leben in ungebrochener Gemeinschaft mit ihm. In der evangelischen Kirche ist dieser Freudencharakter des Abendmahls im Laufe der Jahrhunderte verdrängt worden vom Ernst des Gedenkens an die Lebenshingabe und den Tod Jesu. Dieser Ernst prägte selbst den Gründonnerstag, obwohl dort zum einzigen Mal in der Passionszeit die Jubelrufe „Gloria“ und „Halleluja“ gesungen werden und die weißen Paramente von der Freude künden.

Bei uns, wie in vielen evangelischen Gemeinden, wird normalerweise am Abend des Gründonnerstags ein Abendmahlsgottesdienst in besonderer Form gefeiert, der an die Tischgemeinschaft Jesu erinnert. Das können wir in diesen besonderen Zeiten leider nicht tun.

Aber in unserer Kirche ist der Tisch dafür symbolisch gedeckt, und es liegt ein kleine „Anleitung“ aus, um das Tischabendmahl zu Hause feiern zu können #stayathome“